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People Can Fly (Astral Projection)

Ein besinnliches 2.Advent Wochenende ist vorbei. Henrik und Stefan besuchten meine Schwester+Freund und mich in der malerischen Studentenstadt am Neckar - Heidelberg. Wir kochten und aßen zusammen, besuchten den Heidelberg Weihnachtsmarkt (der wie viele andere dieser Art und Benennung doch eher eine Ansammlung von Fress- und Glühweinbuden ist) und tummelten uns des Nächtens in der Heidelberger Kneipenlandschaft. Der Umstand, das Heidelberg eine Studentenstadt machte sich hier besonders positiv bemerkt. Volle Kneipen und Bars, Leben, Frohsinn, positive Stimmung allerorts - einzig die Musik ist streitbar aber sonst Freigeist, Jugend und Alter im Einklang - sehr angenehm wenn man ein paar nette Stunden mit Pils verbringen will. Doch weil nur die Wurst zwei Enden hat, endete das Wochenende nach Ansicht vieler Landsmänner und Frauen viel zu früh am gestrigen Abend.

Heute hatte ich meinen letzten Arbeitstag zu absolvieren. Mit lachendem und weinendem Auge verließ ich dann auch Kronberg und damit auch ein Kapitel meiner jüngeren Vergangenheit. Die letzten Monate waren aufregend und schön, voll von neuen Bekanntschaften und Dingen, die es zu erlernen und erstreiten galt. Dementsprechend gleich einer alten Lieblingsjeans, die man sehr gern trug, musste ich diese heute ablegen, um mich des Kaisers neuen Kleidern zuzuwenden - wie sich Schlangen wohl fühlen mögen, streifen diese doch ihre Vergangenheit in erschreckender Regelmäßigkeit ab. Nicht ganz im Gleichklang dieses Absatzes, aber nicht vollkommen fremd, fällt mir hierzu ein jüngerer Artikel der Financial Times Deutschland ein, der die Entsorgung bzw. Aufarbeitung der Geschichte deutscher Großkonzerne beschrieb. Dies wird von einigen Konzernen (z.B. die Bayer AG, Deutsche Bank) positiv vorangetrieben, hingegen scheinen andere Unternehmungen leichte Probleme und Hemnisse in diesem Bereich zu verspüren (Dr. Oetker). Nun, Geschichte heißt eben nicht nur durchleben und gut, sondern auch reflektieren, analysieren und aufarbeiten. Dinge mit denen wir Menschen uns ab und an schwer tun, wäre es anders hätten wir vermutlich nur positive Soft-Skills zu verbuchen. Weil ich gerade dieses tolle/supi/tolle Wort schrieb, möchte ich die Chance ergreifen und 2 andere Worte nennen, die wohl in vieler Menschen Munde sind …

kommunizieren (Man redet nicht mehr, sondern man kommuniziert (+1). Klingt ja so sophisticated :D ) (+1)
eskalieren (Man teilt seinem Vorgesetzten - direkt oder nicht, ein Nachricht/Sachverhalt/Problem nicht mehr mit, sondern man eskaliert etwas (+1))

Toll!, in welch modernen Zeit wir leben. Ob es wohl eine Bewegung, entsprechend des Anti-Anglizismus, für Anti-Romanismus gibt?

Es ist für mich kaum zu glauben, dass beinahe wieder 8 Monate vorüber sind. Ich weiß noch, wie ich zu Beginn des Jahres bei Stefan auf einer kleinen Luftmatraze in seiner Kronberger Sous-Terrain Wohnung geschlafen habe, jeden Morgen die Wohnung in Richtung Campus Kronberg verließ, um meinem Tagewerk nachzugehen. Mittlerweile liegt dann auch eine kleine Ewigkeit München hinter mir, Zeit die ich nicht missen möchte. Zumindest die Örtlichkeit wird mich auch in Zukunft begleiten.

Wie immer wenn man einen Wechsel vollzieht, sind die begleitenden Gefühle gemischt. Man verläßt etwas Vertrautes, blickt in das blendende Sonnenlicht und muss sich erst neu an die Umgebung gewöhnen. All dies durchlebe ich momentan bzw. es steht mir unmittelbar bevor. Doch bevor ich mich einer neuen Herausforderung stellen darf, geht es in den Jahresurlaub. Zwei Wochen Peru rücken immer näher. Mit diesen 2 Wochen kommt die Gewissheit des Ungewissen ebenfalls immer stärker auf mich zu. Gleich dem Motto eines Mad-TV Sketches “Lowered Expectations”, kreisen meine Gedanken nicht um Peru oder verwandte Angelegenheiten, sondern um das größere Übel - Wie und wann packe ich meinen Koffer.

Die existentiellen Fragen, Was?, Wann?, Wie? und Wo? - demnächst werde ich zumindest teilweise eine Antwort erhalten haben.

4 Responses to “People Can Fly (Astral Projection)”

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