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Moments Are Forever (Moon Project)

Lieber verspätet als nie, möchte ich an dieser Stelle ein paar Worte über unseren Weihnachtsurlaub in Peru verlieren (die Bilder hierzu folgen noch).

Scheinbar bekannt durch in Gedanken konstruierte Bilder, die von Jimenas Beschreibungen, Erlebnissen mit nun gemeinsamen Freunden, meiner eigenen Erfahrung und der ein oder anderen Recherche genährte wurden, begab sich kein heliger König aber meine Wenigkeit (gut die anderen Fluggäste klammere ich an dieser Stelle mal aus) in das 18 Flugstunden und mehr als 10000 km weit enfernte Peru.

Nach knapp 4.5 Jahren Gemeinsamkeit, die von unzähligen “Wann kommst du?”, “Wir wollen Pitty kennenlernen!”, … begleitet wurden, erschien mir die Zeit recht und der Flug weniger günstig, um mich diesem Unterfangen zu stellen. Eine Unternehmung die eine enorme Bereicherung für mein bescheidenes Verständnis dieser Welt darstellt, da sie mir doch eine Fülle neuer Eindrücke, neue Bekannte und fast-Freunde, Familie brachte.

Der Flug über Madrid verlief störungsfrei und ich war durchaus überrascht von der Qualität des Essens, welches man zwischen Madrid und der peruanischen Hauptstadt servierte - typisch spanisches Essen auf sehr hohem Niveau. Während des Anflugs auf Lima präsentierte sich diese Metropole, ähnlich wíe eine der schönsten Städte der Welt - Rio de Janeiro, leuchtend, einladend und weltstädtisch. Sichelförmig erstreckt sich die Küstenlinie entlang des Pazifischen Ozeans, umsäumt von Straßen, Autos, Lichtern und Häusern - ein malerischer Anblick der sich mir bei meiner Ankunft bot.

Wie auch Sao Paulo, so breitet sich Lima wie ein gigantischer Teppich über das Land - bedeckt jeden Quadratzentimeter mit Leben und nimmt dem Alten die Existenz, so dass sich dem Beobachter nur wenig Raum zu Entspannung bietet, des Voyeurs Auge wandert nach links und rechts, getrieben zwischen interessantem Neuen und fader Wiederholung, rhytmischem Leben und arythmischer Unterbrechung des Flusses. Ein ganz eigenes Flair aus lateinamerikanischer Lässigkeit und der Hektik einer modernen Großstadt bietet sich dem Besucher dar - die mehr als 7 Millionen Einwohner tragen zweifelsohne zu diesem Gesamterlebnis bei. Gleich einer Fledermaus scheint das Eintreten der Nacht dem Rhytmus der Menschen ein paar Takte hinzu zu fügen. Die Straßen sind durchflutet von PKW, Menschen warten nach vollbrachtem Tagewerk auf ein Taxi oder einen der unzähligen Busse, die ohne jede Vorankündigung halten, um gleich wieder weiter zu fahren. Der Verkehr strömt durch die Adern der Stadt und bahnt sich seinen Weg entlang aller gegebenen Freiheitsgrade - links, rechts, vorn, hinten; einzig das Fehlen eines übergeordneten Systems scheint konstant. Ein Verkehrsregeln sind vorhanden nur die Befolgung dieser wird konsequent vermieden. Funktioniert dies?! Ja, scheinbar - untermalt von Hupen und dem ein oder anderen Spruch bezüglich der Mutter oder Schwester des Autofahrers links von dir. Die Fußgängerzonen sind randvoll mit Händlern die ihre Waren (Gegrilltes, Eis, Getränke, Obst&Gemüse, Telefone, Dienstleistungen) den unzähligen Passanten verkaufen wollen. Kein verkniffenes Gesicht, kein hochgezogenes Auge.

Einzig die innere Grundgelassenheit scheint allen gemein. Doch gerade dies kann man als ausländischer (mitteleuropäischer, deutscher) Tourist nur allzu schwer fassen, wenn man z.B. eine alte Frau beobachtet, wie diese selbst gestrickte Armbänder verkauft, oder einen Rollstuhlfahrer sieht, wie dieser versucht, an der Ampel als Autowäscher, sich als Teil der Gesellschaft zu verhalten. Merke! In Deutschland ist man Teil der Gesellschaft, wenn man in Lohn und Brot steht. Alle anderen werden gern als außerhalb der Gesellschaft betrachtet (nicht von jedem aber von einigen).

Immer wieder wird man auf die Probe gestellt. Wenn man z.B. ein Kleinkind mit braunen Knopfaugen sieht, welches Süßigkeiten an Autofahrer verkauft, während diese bei roter Ampelphase auf ein Fortkommen warten. Die innere Stimme will schreien: “Warum schicken dich deine Eltern nicht in die Schule?”, “Warum musst du hier arbeiten?”, “Du solltest Kind sein dürfen, spielen mit deinen Freunden, unbeschwert und sorgenfrei!” - Aber dies entspräche nur allzusehr unserem deutschen Verständnis der Welt - Chancengleichheit für alle, Barrierefreiheit, Miteinander, sozial, Gleich - Väterchen Staat wird es schon richten.
Abstrakte Begriffe für einen Teil der Bevölkerung dieses Landes, die hier bestenfalls als leere Worthülsen umherfliegen, wenn sie denn überhaupt als Wort für den einen oder anderen Peruaner existieren. Denn nicht jeder kann oder will die spanische Sprache als seine Muttersprache bezeichnen. Schätzungen zufolge sprechen mehr als 3 Millionen Peruaner die indigene Sprache Quechua, welche deshalb 2. offiziell anerkannte Amtssprache ist. Diese Zahl an sich ist scheinbar nicht sehr groß, nur sollte man diese in Relation zu knapp 27 Millionen Peruanern sehen (als Anmerkungen: scheinbar gibt es in Deutschland mehr als 4 Millionen Analphabeten - man beachte die weltweite Zahl von knapp 900 Millionen).

Für den geneigten Leser sollte an dieser Stelle bereits deutlich geworden sein, dass Peru eine Erfahrung ist. Peru ist mit Sicherheit kein einfaches Land - extrem arm und superreich geben sich hier quasi die Klinke in die Hand. Es ist nicht Mallorca oder LLoret de Mar. Es erhebt nicht den Anspruch dem Massentourismus zu genügen - raus aus dem Flieger, Bier, Strand, Party mit Bier, Strand, Hotel, Schlafen.

Selbstverständlich kann man dies in Peru erleben und das auch auf sehr hohem Niveau (entsprechende Divisen vorausgesetzt). Aber Peru ist facettenreich, ein Prisma welches ein Ganzes in viele wunderbare einzelne Teile zerlegt. Ein Schatz den der Einzelne bergen muss.

Peru bietet (und noch mehr):

  1. Natürliche Schönheit, eine Fülle an verschiedenen Klima- und Vegetationszonen
  2. Menschlichen Reichtum und Kulturelles Erbe - eines der 7 neuen Weltwunder, Wärme, Offenheit, Menschlichkeit, Hochkulturen
  3. haute Cousine: fernab von schweren Saucen (deren Fan ich bin) zeichnet die peruanische Küche frische, variantenreiche und interessante Speisen entlang der Linie Vorspeise, Hauptsspeise, Postre

Zumindest einige dieser Punkte werde ich beim nächsten Mal aufgreifen. Für heute gilt es noch die Vorbereitungen für die morgige Arbeitswoche zu treffen.

One Response to “Moments Are Forever (Moon Project)”

  1. Casino 1243453722 Says:

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