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Out Of the Blue (System F)

September 24th, 2007

Heute nur ein kleiner Eintrag in musikalischer Richtung, obwohl es wohl genug zu reden gibt denn mein nächtlicher Streifzug durch das Studio Friedmann offenbarte mir ein hitziges Wortgefecht bzgl. der aktuellen Diskussion um eine reale Terrorbedrohung in Deutschland - aber darum soll es heute nicht gehen.

Wie einige wissen, bin ich großer M.I.K.E. Fan. Ein Musiker der mein Herz schon seit mehr als 10 Jahren mit elektronischer Musik versorgt. Er lieferte großartige Neuauflagen bekannter Werke für Sinead O’Connor, Moby, Depeche Mode, Ayuma Hamasaki, …, Bloodhound Gang, Mauro Picotto. Für diejenigen unter euch, die ihn bereits kennen oder kennenlernen wollen, sei seine MySpace Seite empfohlen, auf der man z.Z. gratis einen Sommer-Mix herunterladen kann. Für meinen Geschmack absolut hörenswert.

Heidenröslein (Johann Wolfgang von Goethe)

September 20th, 2007

Dank sei Frau Dr. Pauli. Wofür? Für ihren Vorschlag die befristete Ehe einzuführen. Zur Diskussion stehen momentan sieben Jahre. Sieben Jahre, in denen sich zwei Menschen entscheiden können, ob sie den “Bund für das Leben” erneut verlängern wollen oder ob ihr Zusammensein, durch das Ja-Wort besiegelt, neu überdacht werden sollte. Wie erwartet stößt der Vorschlag, der gemeinhin als “schöne Landrätin” bekannten CDU Frau, in Bayern eher auf bestenfalls geteilte Meinung - man könnte auch Ablehnung sagen. Das verwundert nicht weiter, ist Bayern doch stark durch die Meinung der katholischen Kirche geprägt und diese sieht den Bund fürs Leben eben im wahrsten Sinne des Wortes – als etwas Ewiges, dass selbst in eher problematischen Ehen kein vorzeitiges Ende erlaubt (wie wandlungsfähig die katholische Kirche ist, hat sie hinreichend in den letzten knapp 2000 Jahren bewiesen).

Warum wehren sich die Menschen in Bayern gegen diesen Vorschlag? Mittlerweile kann man doch beinahe alles auf Raten kaufen. Viele Dienstleistungen und Produkte werden für eine äußerst geringe Nutzungsdauer vorgesehen – lieber Ersatz denn für die Ewigkeit produzieren, kann man solche Güter doch für gutes Geld verkaufen denn sie sind qualitativ „besonders“ hochwertig. Personen werden mit befristetem Arbeitsvertrag angestellt und müssen eine Probezeit durchlaufen. Das Mogeln wird durch Schönheitsoperationen salonfähig. Wissen wir, ob unser Gesprächspartner nicht ein Kunstprodukt ist oder tatsächlich noch so wie Gott ihn oder sie schuf vor uns steht? Wenn man Statistiken Glauben schenken mag dann ist die Partnerwahl per Internet von höherer Erfolgschance gekrönt als Standardvarianten wie Old-School “Real-Life Interaction/ Chiffre-Anzeige-Aufgebing/…” Kann man sich doch bestens hinter schönen Worten und Pseudonymen verstecken. „Kleiner Tiger 32“ oder „Blümchen 84“ lassen grüßen. Um erneut ein altes Sprichwort zu bemühen - Warum sollte man “die Katze im Sack kaufen“? Um der drohenden Rationalisierung und Perfektionierung unseres Alltages einen Strich durch die Rechnung zu machen, um wahre Werte und wirkliche Schönheit (äußere und innere) über das von Menschenhand Kreierte zu stellen oder um die wenigen Überraschungen, die unser Dasein beinhaltet nicht in Linearität und Berechenbarkeit zu ersticken - man wähle weise und bedenke eine Beziehung ist wie Wein, sie muss reifen, wachsen und darf nicht bei jeder kleinen Welle infrage gestellt werden. Dies heißt natürlich nicht, dass man aus gemachten Erfahrungen keine Lehre ziehen soll. Gleich einem Surfer muss man sich erneut auf sein Brett begeben in freudiger Erwartung, dass die nächste Welle dieses Engagement verdient hat. Sollte man diesen Gedanken nicht mehr tragen wollen, so darf man zweifelsfrei darüber nachdenken, ob Surfen das Richtige für die eigene Person ist. Nur ungleich zum Surfen kann man in einer Beziehung den Partner nicht einfach in die Ecke stellen, sondern sollte sich um ein würdevolles Ende bemühen.

Aber wieder zurück zur Dame dieses Eintrags. Was mich stets rätseln lässt, ist warum Frau Dr. Pauli eben nicht als Frau Dr. Pauli oder als CDU Frau Pauli etc. durch die Medienlandschaft geistert, sondern „nur“ als die “schöne Landrätin”. Sicherlich ihrer Schönheit (die trotz objektiv messbarer Schönheitsmerkmale immer noch eine subjektive Empfindung ist) kann ich nichts entgegnen aber Frau Pauli zeichnet sich doch mit Sicherheit noch durch andere Eigenschaften aus oder? Wäre sie ein Modell oder eine Person, die mit Hilfe ihres Aussehens allein Geld verdient, dann wäre dies sicherlich verständlich aber eigentlich sollte Frau Pauli durch Kopfarbeit von sich reden machen. Gut ihre jüngste Medienvergangenheit verlief eher unglücklich (obwohl sie dies wohlmöglich anders sieht). Erst die angebliche Bespitzelung, erotische Fotos, Empfehlung für höhere Ämter, Absagen der Politik, … - wie steht es aber mit eben jenem Vorschlag, den ich eingangs bereits erwähnte.

Was spricht dafür oder dagegen, die Ehe durch eine Phase der Überlegung, des Probierens oder des Kennenlernens anzureichern und so einem möglichen Scheitern direkt im Anfangsstadium zu begegnen. Die Ehe ist mehr oder weniger ein Konzept zur Erhaltung der menschlichen Art, Absicherung des Lebensabschnittspartners und möglichen Hinterbliebenen, falls diese ohne finanzielle Absicherung einen eher kalten Lebensabend fristen müssen. Entstanden in einer Zeit, in der das Ehegelübte “Bis das der Tod euch scheidet” meist knappe 15-20 Jahre umfasste (man nehme als durchschnittliche Lebenserwartung zu damaliger Zeit 30 Jahre an und definiere weiterhin, dass frühestens mit dem 10. Lebensjahr geheiratet wurde – beides sicherlich nur Durchschnittswerte). Vergleicht man dies mit heutigen Ehen, Lebenserwartungen, etc. wird offensichtlich, dass nur wenige Menschen eine Ehe eingehen, ihr Ehegelübte einhalten, sich Menschen stark im Anfangsstadium ihrer Ehe oder erst sehr spät (> 15 Ehejahre) scheiden lassen, durch räumlich getrennte Aufenthaltsorte (z.B. Arbeitsplatz) Ehepartnern (allg. Menschen in einer zwischenmenschlichen Beziehung) das Miteinander erschwert wird. …

Was spricht also für oder gegen den Vorschlag der schönen Landrätin?

Morphosis (Return of the Native) - Teil 1

September 19th, 2007

TEIL 1 – die Einleitung oder „Du bist Deutschland“

Kapitel 1.1

Wer suchet, der findet. So lautet ein altes deutsches Sprichwort. Denken wir etwas über dieses Sprichwort nach. Lassen wir uns fallen und leisten diesem Sprichwort folge. Erfüllen wir entsprechend der Aussagenlogik bei vorliegender Antezedens („Suche“ = wahr) die verbleibende Konsequenz (oder wie es ein relative bekannter Logikprofessor aus Dresden stets formulierte: „Wer A sagt, muss auch B sagen.“). Folgen wir dem kleinen sprechenden Pinguin in unsere vereiste Gedankenhöhle – So lasset uns denn finden.

Wer nun bereits fündig geworden ist, hat mir schon zu dieser Zeit einiges voraus. Denn wonach ich suchen soll, darüber habe ich noch nicht einmal nachgedacht. Dabei macht uns das Fernsehen, stellvertretend für andere Medien, wie z.B. das Radio oder die allseits beliebte Bild, beinahe täglich vor, dass man nicht nur suchen kann (im Sinne des Freiwilligen, der ungezwungenen Suche), sondern vielmehr sich auf die Such begeben muss (im Sinne des Sprichwortes „Wer rastet, der rostet“), um wohl einem sonst sinnentleerten Dasein zu entfliehen. Die stetige Such in der omnipräsenten Flimmerkiste, scheint ähnlich dem in sich verschlungenen Möbiusband zu sein, denn sollte sich das Sammelbecken der zu suchenden Probleme, Antworten, Fragen, Objekte, usw. einmal erschöpfen, so fängt man mit bereits Gesuchtem erneut an – in wohliger Gewissheit des wiederkehrenden Erfolgserlebnisses. Diesem einfachen Modell folgend, befindet sich Allemage (vielmehr die gesamte westliche Welt inklusive vieler aufstrebender nicht westlicher Gesellschaften und anderer Gemeinschaften, die sich meinem Aufmerksamkeitshorizont entziehen), seit mehr als fünf Jahren auf der scheinbar endlosen Suche nach … dem nächsten deutschen Superstar, dem nächsten deutschen Topmodell, dem nächsten deutschen Popstar, der nächsten deutschen Medienhure (Big Brother), dem nächsten C-Prominenten der Tanzen kann, dem nächsten C-Prominenten der Eislaufen kann, den erfolgreichsten Hits der 70er/ 80er/ 90er, …, dem nächsten deutschen C-Prominenz Topmodell das eislaufend die schönsten Liebeslieder des 29. Februar 2004 rückwärts singen kann. Entsprechend der Gesetze der Mengenlehre lassen sich aus den oben genannten Objekten, die wohl jeder Deutsche auf die eine oder andere Weise sucht (ob er will oder nicht) , per Potenzmengenkonstruktion beliebige neue TV-Quotenhits herstellen. In Erkenntnis dieser einfachen Formel, präsentiert sich das tägliche Fernsehmenü als eher verwässerte Tagessuppe schlichten Rezepts, die man nur allzu oft kalt genießen darf. Einzig die Suche nach einer Antwort auf die Frage, ob man denn immer suchen muss, blieb bisher eher unbeachtet und dementsprechend unbeantwortet – auch wenn diese Frage einen inneren Widerspruch offenbart. Dessen ungeachtet schreiten wir fort auf dem Weg, der unsere kleine Geschichte symbolisieren soll.

Lassen wir uns also auf den wöchentlichen Frauentausch (Frau sucht Ersatzfamilie oder Mann sucht Ersatzfrau) ein und hoffen, dass die Supernanny der einsamen älteren Dame eine Familie verschaffen kann (Frau oder Mann sucht Familie, Zuneigung, Existenzbestätigung, usw.), der diese dann ihre Renteneuros darbietet. Denn wie wohl jeder von uns weiß, ist Liebe gleichzusetzen mit Geld geben. Also bitte liebe Pensionäre, die ihr scheinbar einsam euren dritten Frühling fristet (bitte nicht auf Leute beziehen, die wirklich vereinsamen), wendet euch an RTL2. Die deutsche Institution, die es wie keine zweite versteht mit einem „vielschichtigen Programm“ alle die Menschen zu berühren, die auf der Suche nach Geschichten über das Alltägliche Leben oder den ganz besonderen Moment sind (siehe RTL2 Internetpräsenz). Hat Opa oder Oma dann erstmal eine Hartz4 Familie gefunden, die dem Umsorgen nicht mehr entschwinden kann, muss er oder sie meist sehr schnell feststellen, dass es „damals in der guten alten Zeit“ einfach nur viel besser war. Die Buben standen kerzengerade - so wie es sich schließlich gehört – an der Flugabwehrkanone. Die Mädchen bereiteten sich entsprechend des Eva Hermanschen Familienbildes vor, gesundes und kräftiges Leben zu schenken. Einige Mädchen machen dies heute ebenfalls, nur leider entstammt in den meisten Fällen das Leben, dass sie schenken werden nicht einer gemeinsamen Zukunftsidee von Mutter und Vater, sondern einer Laune des Fleisches, die teilweise durch die vielerorts beliebten Flatrate Sauforgien (preisbewusst in jeder Lebenslage und da beschwere man sich über fehlende ökonomische Kenntnisse unserer Jugend) entschuldbar wird.

Das ideologisch motivierte Geburten- und Geisteskontrolle in Deutschland nicht „besonders gut“ funktioniert hat, wissen wir wohl alle (sei es nun aus direkter Erfahrung oder indirekt durch Erzählung oder frontalen Unterricht). Ob dies im Land des Lächelns auch so sein wird, dass kann nur die Zukunft zeigen – werden unsere chinesischen Freunde doch seit geraumer Zeit auf das Glück der Ein-Kind-Familie gleichgeschaltet. Lassen wir uns dies auf der Zunge zergehen und schwelgen kollektiv im deutschen 1.2 Kind-pro-Frau-Himmel. Wow, wir sind so Future! Noch frühzeitig genug werden wir informiert durch unsere Freunde von den RTL2/Pro7/RTL/… News, dass die Zukunftselite das Wunder der Kopie überwunden hat und bereit ist für die wirkliche Übernahme. Vielleicht verpassen wir diese Nachricht aber auch, weil der deutsche Geheimdienst nicht mehr fähig sein wird, die Spionageakte des östlichen Freundes zu entlarven. Ganz so schwarz sollten wir natürlich nicht sehen, werden doch wenigstens die T-Shirts in Zukunft preiswerter (man erinnere sich an die entfallenen Ausfuhrbeschränkungen). Ob dies für andere Güter, wie z.B. Energie, Nahrungsmittel, Luxusartikel usw. gilt, wage ich an dieser Stelle zu bezweifeln denn die Versorgung mit Gütern, die der erstarkenden Mittelschicht des Reiches der Mitte notwendig erscheinen, ist momentan eher sub-optimal. Aber kehren wir zurück zu der Nachrichtenberichterstattung und der schier endlosen Suche auf die wir uns begeben haben…. Wer Sendungen wie „RTL2 News“ oder „Pro7 News Time“ kennt, weiß, dass nicht überall wo News drauf stehen, Nachrichten drin sind. Für Personen mit dem noch seichteren Gemüt dient „Mein neues Leben XXL – Jaqueline aus Köln Kalk wird Würstchenverkäuferin in Shanghai“ als ausreichende Informationsquelle. Für diese Art der Information spricht die allgegenwärtige Informationsflut, vor der man sich ab und an schützen sollte und eine Erkenntnis aus der Forschung, welche bestätigt hat, dass Fakten, die mit Bildern angereichert werden, länger in Erinnerung bleiben als der trockene Fakt allein (auf zur Symbolmethode, um Begriffe zu lernen).

Doch wenden wir uns wieder Jaqueline aus Köln Kalk zu. Erneut finden wir eine scheinbar rastlose Person vor, die sich auf eine Suche begeben hat. Eine Person, wie es viele in Deutschland gibt. Stellvertretend für all die anderen habe ich die freie Variable „Harry“ eingeführt. Harry zeichnet sich durch viele allzu menschliche Eigenschaften aus – darunter auch die deutschen Tugenden …. Zurückhaltung („Ich bin der einzige der dieses oder jenes machen kann!“), Fleiß (Warum soll ich arbeiten gehen, wenn ich zuhause dasselbe Geld bekomme?“), Pünktlichkeit („Nein! 8 Uhr Arbeitsbeginn ist mir zu früh. Ich brauche meinen Gesundheitsschlaf!“), …. Und weil Harry wie ein leuchtender Stern über Deutschlands Firmament steht, und er sich als einziger leuchtender Stern vollkommen unverstanden und allein gelassen fühlt (RTL2 oder viele andere Bildungsbeauftragte können schließlich nicht alle Probleme lösen), hat Harry die einzig vernünftige Idee – er beschließt auszuwandern! Mit zahlreichen Talenten und einer großen Portion Entrepreneurgeist gesegnet, entscheidet sich Harry eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen zu missionieren. Harry bringt also gleich dem Prometheus das Feuer den Menschen in Spanien. Tja, auch Spanien hat das Zeitalter der Inquisition mittlerweile hinter sich gelassen (hier kam mitunter reichlich Feuer zum Einsatz) und so muss etwas Einzigartiges her, damit unser Harry aus Bottrop nicht wie eine Sternschnuppe verglüht, sondern weiterhin so erhaben strahlen kann, wie er es in „Uschis Eck“ in Bottrop täglich tat.

Also reibt Harry seinen rechten Zeigefinger unterhalb seiner Nase – von rechts nach links, vorbei an den zwei erhabenen behaarten Nasenlöchern. Personen, die mit dem Jugendprogramm des ZDF vertraut sind, wissen, dass dies die markanteste Geste des liebenswerten Wikingerjünglings Wiki ist. Ebenso wissen sie, dass das Beenden dieser Fingerbewegung in der Entstehung einer fabelhaften Idee kulminiert. Eine Idee reich an Witz und Freigeist, so dass Wikis Vater, der Wikingerhäuptling Halvar, seinen Sohn auf Reisen ständig an seiner Seite wissen muss, half Wiki doch Halvar und seinen Mannen mehr als nur einmal aus drohender Not. Eben diese Geste führte auch bei unserem Harry zu einer grandiosen Idee. Er, der nur allzu gern spanische Tapas isst, will diese (Vor)Speise der Götter (Kleinigkeiten, wie z.B. Oliven, Schinken oder Tomaten die meist mit dem Finger gegessen werden) nach Spanien bringen. Wohlmöglich fragt sich der Leser dieser Zeilen: „Ist dies nicht so, als eröffnete man eine Pizzeria in Napoli?“. Auf diese Frage kann ich leider keine Antwort geben, hatte doch unser Harry, Harry aus Bottrop, seine absolut schlüssige Geschäftsidee genau durchdacht, einen viele Seiten starken Businessplan ersonnen und ausreichend liquide Mittel bereitgestellt (z.B. in kostbaren Pfanddosen und weitere Rohstoffzertifikate). Eigentlich konnte Harrys Plan nur von Erfolg gekrönt sein – alle Weichen waren auf Erfolg gestellt, die Götter schienen ihm wohlgesonnen.

So pflanzte Harry seine junge kostbare Idee in den leicht trockenen und dementsprechend harten spanischen Gründerboden. Er kannte Spanien bereits von zahlreichen Geschäftsreisen. Einige seiner Arbeitskollegen und er firmierten oft unter dem Decknamen „Kegelclub Bottrop 1980 e.V.“ in Hotels und anderen Örtlichkeiten auf Mallorcas Geschäftsstraße Nummer 1 dem „Balnearo 6“. Unter der spanischen Sonne ließen sich Geschäfte einfach viel zügiger vollziehen. Nur wie die spanische Perle sich im nun darbot, so hatte er sein „Malle“, wie er Mallorca liebevoll nannte, nicht in Erinnerung – nüchtern, trocken, ernst, ihm so fremd. Was war geschehen? Wohin war sie gegangen, die gute Laune, der Spaß, das Herz, sein Leben? Er hatte doch eine bestechend scharfsinnige Geschäftsidee gehabt, die Spanier und Touristen hatten sich scheinbar verzehrt nach einer Idee, wie der seinen. Warum funktionierte die Erfolgsmaschine nicht, was hatte sie zum Stillstand gebracht, wo war das Sandkorn im Getriebe? Nach kurzer Zeit des Überlegens hatte er den Verantwortlichen seiner Misere gefunden, den Grund für seinen Misserfolg ausfindig gemacht. Scharf wie ein Messer bahnte sich der Gedanke durch sein Hirn – man verhinderte absichtlich seinen Triumphzug durch die Welt des spanischen Vorspeisetellers. Er hatte gleich Servantes „Don Quichote“ gegen die spanischen Mühlen der Bürokratie gekämpft. Wer konnte denn wissen, dass auf Mallorca kein lupenreines Bottrop Hochdeutsch gesprochen wird. Wahrhaftig alles hatte Harry versucht, um das drohende Unheil abzuwenden denn nicht er sah sich als Verlierer, sondern ganz klar umrissen standen die Touristen und spanischen Inselbewohner im Gewand der Benachteiligung vor ihm. Eine Schande, dass diese Menschen keine bereichernde Gaumenerfahrung machen durften. Gekämpft hatte er, wie eine Löwenmutter für ihre Jungen, die den Wildjäger in weiter Ferne, ihre Jungen ins Visier nehmen sieht. Tag und Nacht hatte er sich geopfert – ganze vier Wochen aber dann musste er aufgeben dann musste er einsehen, dass seine Mission aufgrund nicht vorhersehbarer Umstände gescheitert war. Es fiel ihm sicherlich nicht leicht doch dies war die einzig vernünftige Entscheidung. Die Entscheidung, die er in dieser Situation treffen musste – denn eines sollte klar sein, wenn ein Stern wie Harry an Leuchtkraft verliert dann liegt dies nicht an Harry, sondern am ihn umgebenden Universum, dass ihn zur Zeit seiner Entstehung nicht mit ausreichend Masse versorgt hatte.

Bunt sind schon die Wälder - (Johann Gaudenz Frhr. v. Salis-Seewis)

September 9th, 2007

Seit geraumer Zeit habe ich mich hier, innerhalb dieses Blogs, nicht mehr zu Wort gemeldet. Ob nun wieder etwas Beständigkeit die Regel sein wird, das weiß ich nicht aber einen kleinen Anfang möchte ich mit diesem Eintrag machen.

Am vergangenen Wochenende war Onkel Nils mein Gast im malerischen Köln Mülheim, jenem kleinen Ort, den ich seit geraumer Zeit mein Heim (ungleich meine Heimat) nennen darf oder muss - wie man es nimmt. Die 2.5 Tage waren witzig, so wie immer und von der einen oder anderen Begebenheit soll die kommende Blogserie handeln. Wie viele Einträge sie schließlich umfassen wird, dies weiß ich noch nicht, kann es doch sein, dass mein Geist etwas abschweift vom Pfad der reinen Geschichte – doch sei es drum. Mindestens zwei Einträge sollen es werden.

Man liest sich demnächst …

Christian

Tulip Song (Andre Rieu)

April 10th, 2007

Das Osterwochenende verbrachten Jimena und ich im schönen Amsterdam. Die Stadt der Grachten, der Coffeeshops, der Fahrräder und natürlich der käuflichen Liebe lud uns ein zu einem herrlichen Stelldichein. Samstag in aller Früh ging es per ICE International (oft genug vom TRAIN MANAGER wiederholt) über Düsseldorf, Duisburg und Arnheim nach Amsterdam. Schlappe 2.5 Stunden dauerte die Reise und war dann auch gegen 12:00 beendet. Angekommen am Amsterdamer Hauptbahnhof, führte uns die Reise zunächst in die nahe gelegene Touristeninformation. Eine kurze Auskunft bezüglich der öffentlichen Verkehrsmittel wurde eingeholt und sofort verwertet, indem wir zum U-Bahnhof gingen, um ins Hotel zu fahren, welches wir einen Tag zuvor gebucht hatten. Wir checkten schnell ein, und ließen unsere Sachen im nettten Zimmer (ich schätze mal 3 oder 4 Sterne Kategorie). Danach ging es auch schon in die Ciddiee.

Auffällig war die Sauberkeit mit der sich Amsterdam präsentierte. Die Straßen und Fußwege waren sehr reinlich und auch sonst gab es nichts, das den ersten positiven Eindruck trübte. Ohne übergeordnetes Ziel liefen wir durch die Straßen und Gassen, entlang der Grachten und kauften auf einem Wochenmarkt etwas Typisches - Käse (mit Kümmel, Knoblauch & Basilikum und Mittelmeer) . Die Sonne schien und Goethe’s Faust hatte wohl während seines Osterspaziergangs auch kein schöneres Wetter. Die holländische Affinität zu Tulpen (tulips, tulipane,..) half dem Tag auch sein Frühlingskleid eindrucksvoll vorzuführen. Bei unserem Streifzug gelang ab und zu ein leicht süßlicher Geruch in unsere Nasen - den Coffeeshops sei Dank :) . Nach einiger Zeit begann dann unser Magen zu knurren. Dies wurde verstärkt durch die Anwesenheit von vielen argentinischen Steak Häusern, Pizzerien und Mc Donals & Co - einzig ein typisch holländisches Restaurant, das wollte sich uns nicht offenbaren. Naja, ein Stück Pizza auf die flache Hand brachte dann erste Erholung von den schlimmen Schmerzen des Hungers, so dass wir unseren Weg zum Reijks - Museum fortsetzen konnten. Rembrandt und Zeitgenossen waren thematischer Gegenstand dieser Ausstellung.

Den Abschluss dieses Tages bildete ein kurzer Einkauf in einem Amsterdamer Supermarkt. Hier konnten wir uns mit Vla bestücken - eine köstliche Variation des Pudding. Diesen und andere Dinge nahmen wir mit in unser Hotel und ließen dort den Tag vor dem Fernseher ausklingen. Deutschland suchte wie beinahe jeden Samstag seinen Superstar und fand ihn auch an diesem Tag nicht. Das Abendessen, welches wir bei Burger King einnahmen, hinterließ kleine Auswirkungen (Grummeln in der Magengegend) und so hatte ich eine leicht unruhige Nacht.

Der nächste Morgen begann mit einem Frühstück, welches aus den Lebensmitteln bestand, die wir am Vortag gekauft hatten. So gab es dann Toastbrot, Käse und Vla - hmmm. Nach ausreichender Stärkung fuhren wir mittels der U-Bahn in die Stadt. Die kulturelle Station, die wir uns für diesen Tag ausgesucht hatten, war das Van Gogh Museum. Nach kurzer Wartezeit waren wir bereit an der Kasse uns Billet zu lösen, um uns so Eintritt zum Museum zu verschaffen. Interessante Werke van Goghs wurden präsentiert und von uns aufgenommen. Allerdings bin ich doch weniger ein Freund der modernen Kunst und so war mein Fazit, dass mir das Museum des Vortags mehr gefiel. Flanieren durch den sonnigen Tag führte uns dem Ende unseres zweitägigen Kurzurlaubs entgegen - welcher dann auch offiziel durch die kurzweilige Zugfahrt nach Köln Mülheim beendet wurde.

Liebe Grüße von Frau Antje von der Käseabteilung

Ruby Tuesday (The Rolling Stones)

March 27th, 2007

Zurück von der Microsoft Business Intelligence with SQL Server 2005 for IT Professionals Verastaltung gestern, fällt mein Fazit hierzu mehr als positiv aus. Die Planung war sehr gut, für das leibliche Wohl der Teilnehmer war gesorgt, die Vorträge in überaus hoher Qualität dargeboten und auch sonst gefiel mir die Veranstaltung sehr gut. Sie war ein guter Mix aus Produktpräsentation, Technischem und dem ein oder anderen Nice2Know. Der ein oder anderen Frage werde ich mit Sicherheit nochmal begegnen aber hierfür sollte entweder das Buch (BI und SQL Server 2005), welches man als Teilnehmer gratis bekam, die DVD oder die Mailadressen der Referenten der Lösung dienlich sein.

Monday, Monday (The Mamas The Papas)

March 25th, 2007

Tja, dieser Tag kommt morgen. Und mit ihm werde ich mich erneut nach FFM (Frankfurt Main) begeben, um dort einen Tag Referenten der Firma Microsoft lauschen zu dürfen, was sich auf dem Gebiet der Business Intelligence und MS SQL Server 2005 so tut. Die bisherigen Microsoft Vorträge, die ich erleben durfte, waren doch sehr ansprechend. Und so erhoffe ich mir auch dieses mal einen interessanten Tag, spannende Themen, interessante “neue” Technologien.

Gestern waren wir in Köln Deutz in einem Mongolischen Restaurant “Mongo’s” speisen. Sehr interessant war es und erinnerte uns an ein Restaurant, welches wir in Stockholm besucht haben. Man sucht sich die Zutaten für sein Gericht aus; z.B. Zwiebeln, Fischstückchen, Nudeln. Diese gibt man in seine kleine Schale und bringt diese zu einer Theke. Von dieser nehmen die Köche dann die Schalen und bereiten das Essen zu. In interessanter und gemütlicher Atmosphäre verbrachten wir dann einen gemütlichen Abend. So dass wir diese Örtlichkeit durchaus empfehlen können.

Sonst hat sich in den letzten Tagen nicht viel ereignet. Meine Arbeit rückt näher - nur noch 7 Tage. Das Wetter schlägt ein paar Kapriolen und kann sich noch nicht so richtig entscheiden, ob es Winter oder doch Klimawechsel-Frühling sein möchte. Vielleicht kann die aktuell gültige Sommerzeit etwas dahingehend bewirken ;) .

Auferstanden aus Ruinen …

March 21st, 2007

Nein - Ich möchte mich heute nicht über die Nationalhymne der ehemaligen DDR auslassen, sondern diesen Titel als Motto nehmen, um mich wieder zu melden. Wie der letzte Beitrag andeutet, liegt es schon einige Zeit zurück, dass ich mich hier ausgelassen habe. Ich weiß nicht, ob sich die Beitragshäufigkeit in Zukunft hebt aber ein Anfang soll hiermit gemacht sein :D

Seit knapp 2 Monaten ist meine Diplomarbeit abgegeben. Seit dem 8. März ist sie verteidigt. Einzig die Note, die steht noch aus denn obwohl man mir nach der Verteidigung ein Gutachten zeigte, welchem ich die Noten für die Arbeit und deren Verteidigung entnehmen konnte, so ist dieses Gutachten noch nicht offiziell gültig - weil noch nicht vom Professor abgesegnet. Naja, an der Note kann ich eh nichts mehr drehen, deshalb heißt es nun “abwarten und Tee trinken”. Bleibt nur zu hoffen, dass die Noten, die nach der Bestätigung seitens des Professors auch dieselben sind, die ich bereits kenne.

Beginnend mit dem 2. April wird Klein-Bitti dann der arbeitenden Bevölkerung beitreten und erst einmal ein kurzfristiges Gastspiel bei Avanade Deutschland geben. Selbstverständlich hoffe ich hier eine ganze Menge zu lernen und Spaß zu haben denn der ist wichtig. Was danach passiert mal sehen. Jedenfalls werde ich nach Frankfurt Main ziehen denn Avanade hat ihre Deutschland Vertretung in Kronberg/ Taunus.

Für jetzt soll es dies erstmal gewesen sein … Nur soviel im Zuge der Blogger Umstellung hat sich mein (Blogger) Blog geändert und ist nun unter http://bitterman-page.blogspot.com/
zu finden (aber das seht ihr dann auch rechts).

Grüße Bitti

Es gibt nur einen Jürgen Klinsmann … (unbekannt)

July 12th, 2006

Nun, die Ära Klinsmann, sofern man denn diese 2 Jahre als Ära bezeichnen möge, gehen heute zuende. Die Gründe hierfür werden in den nächsten Tagen mit Sicherheit nicht nur offenbart werden, sondern auch seziert durch Medien und Jeden, der gern mutmaßt. Anschließen möchte ich mich dem nicht, sondern einfach sagen, dass ich ihn verstehen kann.

Danke Jürgen Klinsmann!!! Danke dafür, dass du eine Identifikationsfigur warst, eine, die die Politik nicht bieten kann. Danke, dass du uns mit deinem spitzbübischen Charme für mehr als 4 Wochen in deinen Bann gezogen hast. Danke dafür, dass du der größte Fan der deutschen Nationalmannschaft warst und uns das Fansein gezeigt hast. Danke dafür, dass du den Fußballgreisen in Deutschland, die seit 1998 fällige Generalüberholung der deutschen Nationalelf spendiert hast. Danke dafür, dass so viele Menschen ein wundervolle Zeit hatten. Danke dafür, dass wir wissen, dass wenn die Nationalelf weiterhin hart arbeitet eine Chance auf einen großen Titel hat. Danke dafür, dass du “Elf Freunde” über “Elf Stars” gesetzt hast.

Trotzdem danke ich Jürgen Klinsmann, selbst wenn dieser Dank wohl an seinen Augen unbeachtet vorüber gehen wird. Die letzten 4 Wochen waren phantastisch. Ob der Kaiser am Wetter gedreht hat, wissen wir nicht doch es schien alles zu passen. Nur wenige Vorfälle mit Hooligans, eine Kundgebung der NPD die glücklicherweise ein Rohrkreppierer war und auch sonst gab es nur wenig Negatives …

Wie bereits oft geschrieben wurde, war diese WM keine Offenbahrung in Sachen Fußball. Viel Ballzauber wurde nicht gezeigt. Einige große Mannschaften blieben hinter ihren eigenen und vor Allem hinter den Erwartungen der Fans zurück. Sinnloses Gewarte und stupides Ball-Hin-Und-Her-Geschiebe wird dann von Kommentatoren oft als taktische Finesse verkauft. Wer sich dieses Gesülze anhören soll, wissen wir nur allzu gut. Fußball soll Spaß machen beim Spielen sowie zusehen. Es gibt Mannschaften, die traditionell defensiver spielen aber bitte schön nicht 90 Minuten. Eine Mannschaft die nur abwartet und hinten mauert, hat keinen Sieg verdient. Das kann zwar eine taktische Meisterleistung des Trainers sein weil er seinen 11 Spielen gesagt hat: “Stellt euch alle hinten rein!” aber der Sinn beim Fußball ist und bleibt das Schießen von Toren und erst dann kommt das Verhindern von gegnerischen Treffern. Theater und Schauspielerei gehört auch nicht dazu. Also liebe Italiener und Christiano Ronaldos fliegen könnt ihr zuhause in eurem eigenen Zimmer und dann hoffentlich mit dem Kinn auf die Tischkante aber nicht wie die Schwalben über den Rasen. Selbstverständlich machen auch andere Spieler die ein oder andere Zirkusnummer aber sie geben sich wenigstens Mühe dies nicht so oft zu machen oder wenigstens werden sie getroffen. Man stelle sich mal die knallharten Australier vor, wie sie sekündlich zu einem Flug abheben :D

Ich hoffe noch darauf, dass Zidane sagen wird, was ihm Materazzi auf dem Spielfeld gesagt hat. Zidane sollte Vollprofi sein und hätte diese Kopfnuss vermeiden müssen. Trotzdem sympatisiere ich mit ihm und glaube, dass bei einer Beleidigung der Art: “Deine Mutter ist …, Deine Schwester ist …, Du bist ein Terroristensohn … “, ich ähnlich reagiert hätte. Schon allein deswegen hoffe ich auf
1. Zwangsabstieg der großen Clubs in Italien.
2. Aberkennung des Titels.

Selbst wenn wohl nichts von beiden Dingen eintreten wird. Aber überlegen wir uns doch wer für Frings nachträgliche Verurteilung verantwortlich war - ein italienischer Fernsehsender. Und wer hat wohl dem 4. oder 5. Schiedsrichter von Zidanes Attacke erzählt ? - Bestimmt ein Franzose genau :D . Selbst wenn meine Aussagen keinen guten Verlierer bezeugen aber so kann es einfach nicht sein …

Naja, mit diesen Worten setze ich dem heutigen Eintrag einen Schlussstrich und mal sehen, was noch so in den nächsten Tagen passiert.

we are the champions (Queen)

July 9th, 2006

Heute wird knapp ein Monat Freude, Solidarisierung, Spaß, Euphorie, Ausnahmezustand, … zuende gehen. Heute am Abend werden zwei europäische Mannschaften um die Krone des Fußballweltmeisters ringen. Einem wird dies zuteil werden, der Andere wird “nur” den zweiten Platz bekleiden. Italien und Frankreich können heute ihr Land in einen Ausnahmezustand versetzen oder aber als zweiter den Rasen des Olympiastadions der Haupstadt verlassen. Den Sieger der Herzen können sie sowieso nicht mehr enttronen denn dieser ist seit gestern 23Uhr über alles erhaben.

90 Minuten sahen wir ein tolles Spiel im sogenannten kleinen Finale, ob es denn das wirkliche Finale in den Schatten stellt, werden wir morgen wissen. Deutschland gegen Portugal, das war das Spiel Vize- Weltmeister gegen Vize- Europameister. Es war das Spiel der Mannschaft, die uns seit nunmehr 30 Tagen in einen Taumel aus Freude, Trauer, Wehmut, Stolz und vielen anderen Gefühlen, versetzt hat.

Nach der dramatischen Niederlage gegen Italien im Halbfinale. Nach 119 Minuten kampfbetontem Spiel, keiner Mannschaft die man als die klar bessere ausweisen konnte, verabschiedeten sich die Klinsmannen aus dem Kampf um den Weltmeistertitel. Besiegt in knapp 2 Minuten. Aber auch das ist Fußball - Sieg und Niederlage liegen teilweise hart beieinander. Sekunden können die einen in einen Glücksrausch versetzen und die Anderen mit ihrem Kummer ins Abseits stellen. Die folgenden Stunden zeigten, wie sehr sich Deutschland mit “ihrer” Mannschaft identifiziert. Stille hatte sich allerorts entfaltet. Jeder musste diese bittere Pille irgendwie schlucken. Der Trainer, die Spieler und die Fans alle hatten ihr kleines Kreuz zu tragen. Wo vormals Autos hupend die Straßen säumten, kleine Fähnchen im Wind wehten und Fans mit “Deutschland Deutschland” Schlachtrufen in den Straßen aktiv die Mannschaft unterstützten, dort machte sich nun Leere breit. Emotional lag der Ein oder Andere brach. Auch die Medien konnten sich dieser Stimmung nicht verwehren und so konnte man seine Leidensgenossen in Zeitung und bewegtem Bild in die eigenen Arme schließen.

Vor dem gestrigen Spiel wurde dann die Umstellung der Mannschaft bekannt gegeben. Verletzungspech schlug zum Ende der WM zu und so sollten einige sich auf der Reservebank schonen. Wie würden sich wohl die Ersatzspieler in die Mannschaft einfügen? Wie würden sie sich ein letztes Mal motivieren können? All diese Fragen kursierten im Fußball Äther. Nun gestern wurden sie beantwortet. Ein 1:3 für die deutsche Mannschaft. Hat das erbracht, was sich wohl alle gewünscht hatten. Von einer B-Mannschaft die gespielt hat, brauchen wir nicht reden denn B impliziert 2. Reihe, schlechter als 1. Reihe. Aber wie Michael Ballack richtig nach dem Spiel erwähnte: “Sie haben sich nahtlos … eingefügt … .”. Ein Jens Nowotny hat sich durch eine 0 auf 100 Leistung perfekt eingefügt. Einen Oliver Kahn als B-Mannschaft zu bezeichnen dürfte sowieso an Realitätsblindheit grenzen. Und so zeigte der Torwarttitan auch im letzten Spiel eine professionelle Leistung. Mit guten Paraden verhinderte er einige gute Chancen der Portugiesen und wirkte auch, so wie immer, als unersetzlicher Motivator. Die Ära Kahn auf dem Parkett der Nationalmannschaft geht mit diesem Spiel zuende.

DANKE, OLIVER KAHN FÜR SCHÖNE 11 JAHRE. 11 Jahre mit unglaublichen Paraden, unglaublicher Motivation und Professionalität.

Das unsere beiden Tormaschinen gestern nicht trafen ist zwar nicht schön aber so blieb der Raum für Sebastian Schweinsteiger (Klose wird auch ohne das gestrige Spiel Torschützenkönig der WM werden und so kann er bei der nächsten WM den Rekord nach Deutschland zurückholen und den dicken Ronaldo vom Tron als momentaner Torschützenkönig bei Weltmeisterschaften stürzen). An allen 3 Toren war er direkt oder indirekt beteiligt. Besonders sein zweiter direkter Treffer war ein Schuss für das Fotoalbum. Ein Kracher aus mehr als 20 Metern, ließ die Luft erglühen. Gleich einem kleinem Kometen senkte sich der Ball ins rechte Eck des portugiesischen Tores.

Nach mehr als 75 Minuten durfte dann auch noch ein anderer großer Star des Fußballzirkusses seinen Abschied zelebrieren. Luis Figo, direkt nach seiner Einwechselung als Passgeber am Tor für Portugal beteiligt, durfte er gestern Abend seinen Abgang von der großen Bühne Fußball feinern - auch wenn er nach dem Spiel diesen Abschied noch offen ließ. Portugal begeisterte nicht nur gestern Abend mit gutem, temporeichem und dynamischem Fußball. So hatte die deutsche Elf dann auch einige Probleme sich in das Spiel hineinzufinden. Mit zunehmender Spieldauer erfolgte dies immer besser und so konnten “wir” dann zunehmend die kontrollierenden Fäden ziehen und mit Effektivität das Spiel besiegeln.

Bleibt zu hoffen, dass am heutigen Abend diese Fußballweltmeisterschaft in unserem Heimatland einen würdigen Abschied erhält. Hoffen wir darauf, dass Rasenschach beim heutigen Spiel in der Kabine gelassen wird. Hoffen wir darauf , dass Zidane sich ein würdiges Erlebnis als Abschied schafft. Und ich hoffe auf einen Sieg Frankreichs. Auf einen Sieg einer Mannschaft, die sich kontinuierlich gesteigert hat, die mit alternden Stars die Chance auf den 2. WM Titel hat - 8 Jahre nach dem ersten Titel. Hoffentlich werden die Schauspieler aus Italien dorthin geschickt, wo sie demnächst vielleicht in der 2. oder 3. Liga spielen werden.

NACH DER WM IST VOR DEM EM